iPad-Kiste DIY

Dank einiger Preisgelder konnten wir endlich einen Schritt weiter in Richtung zeitgemäße Bildung gehen. Wir haben inzwischen 10 mobile Endgeräte aka iPads für unsere SuS angeschafft. Perspektivisch werden 1 Lehrergerät und 15 Schülergeräte., der Klassenteiler ist 30 SuS, angeschafft und stehen den KuK zur Verfügung.

Vorerfahrungen

Als im September 2018 die ersten 5 Geräte kamen, stellte sich natürlich ebenso die Frage der Aufbewahrung und Transport der Geräte. In meinem ehemaligen Uni-Projekt standen wir vor dem gleichen Problem und lösten es mit einem Besuch im Baumarkt und einem Wochenende in der Werkstatt.

Was lag also näher, dies diesmal ebenso zu tun. Einige Dinge gefielen mir damals beim ersten Prototyp nicht:

  • zu viele Geräte (27 Stk.) in einer Kiste = zu schwer
  • Ladestromversorgung lief über viele Mehrfachsteckdosen, für die kein Platz vorgesehen war
  • Fächer waren so hoch, wie die Geräte, was das herausnehmen erschwerte
  • „Bastleroptik“

iPadkiste DIY Version 2

Ausgehend davon machte ich mich an die Planung einer schickeren Variante:

iPadkiste DIY Version 2

Designprozess & Funktionserprobung

Grundlage bildet wieder eine bewährte Werkzeugkiste von Stanley für rund 55€. Diese ist robust verarbeitet, die Räder laufen ordentlich, die Griffe sind für schwere Lasten ausgelegt und sie ist verformungsstabil. Da weniger Geräte transportiert werden, reicht die Variante mit 50l Volumen. Ich wollte den Platz optimal nutzen und die Stromversorgung, den WIFI-Router, das Apple TV und die Apple Pencil integrieren. Deswegen erstellte ich zunächst Skizzen und baute eine Funktionsmodell aus Pappe.

Material

Danach ging es zunächst in den nächsten Baumarkt um das nötige Material zu besorgen. Alle folgenden Maße sind in Millimeter angegeben:

Zur späteren Stromversorgung habe ich drei USB-Lader mit mit je 60W bestellt.

Zusammenbau

Zuerst sägte ich die Grundplatte exakt nach den Innenabmessungen der Werkzeugkiste zu. Diese ist Grundlage für den späteren Aufbau und sorgt unter anderem dafür, dass der Inhalt später nicht wackeln kann. Deswegen sollte man hier möglichst genau arbeiten.

Danach erstellt man den rechteckigen Grundkörper mit den Außenmaßen 405x220x240 (LxBxH). In diesem stehen später unsere 16 iPads. In die Längsteile werden mit der Oberfräse Nuten für die MDF-Platten im Abstand von ca. 24 und ca. 6 mm tief.

Anschließend bohrt man mit einem langen 10 mm Holzbohrer in eine Seite jeweils mittig zum Facheinsatz ein 140 mm langes Loch für den Apple-Pencil. ACHTUNG! Lange Bohrungen in schmales Holz erfordern eine große Standbohrmaschine oder eine ruhige Hand und eine gewisse Erfahrung. Anschließend kann man die Grundplatte, Grundrahmen und die MDF-Platten Rückseite schon mal mit Bunt- und Klarlack lackieren. Hat man den Grundrahmen zusammengesetzt, werden die MDF-Platten bündig am oberen Ende eingeklebt. Unten entsteht damit ein Raum für den Schaumstoff. Dieser wird passend zugeschnitten und vor dem Verschrauben mit der Grundplatte eingesetzt. Als Stoßdämpfung beim Einlegen der Geräte reicht das aus.

Innenausbau

Hat man diese Hürde gemeistert, kann man sich um den Ausbau kümmern. Zunächst sollten die Fächer beschriftet werden. Dazu wird ein Computerausdruck auf Papier „unterlackiert“, d.h. man trägt eine Schicht Klarlack auf, „klebt“ darauf den Papierausdruck fest und lackiert direkt darüber nach. Außerdem wollte ich drei Fächer, um den „toten“ Raum über den Radhäusern zu nutzen und den Router, Apple TV und Stromanschluss ohne Chaos transportieren zu können. Die Fächer sind mit Holzdübeln am Grundrahmen befestigt und liegen in der Kiste auf den Radhäusern auf. Außerdem wollte ich, dass die KuK nichts von der Ladetechnik sehen, weil dies den Einsatz nur verkompliziert. Deswegen habe ich mit dem Restholz, der Aufputzsteckdose und den Kabeldurchführungen eine Abdeckung gebaut. Die Ladetechnik reduziert sich für die KuK dadurch auf die Lightning-Kabel für die Geräte und einen Netzstecker.

Fazit

In der Zwischenzeit ist die Kiste seit sechs Monaten im täglichen Gebrauch. Dabei hat sie sich bestens bewährt. Für den Schulinternen Transport ist bestens geeignet und mit Materialkosten von unter 200€ erschwinglich. (Im Vergleich zudem was sonst iPadksiten kosten, geradezu billig.) Die rund 12h Arbeitszeit sind dabei allerdings nicht eingerechnet. Gewichtsmäßig wird sie mit 16 iPads gefüllt ca. 21 Kg wiegen. Und sollte ich mal in die Gelegenheit für die Version 3 kommen, habe ich auch schon wieder ein paar Optimierungen im Kopf. 😉

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